"Liebe Trainer von der Münchner Fussball Schule,
Ich bin ein grosser Fan von der MFS und von MFSTV. Ich habe eurer Buch „Einfach besser Fußballspielen“ auch gelesen, wo das Problem der Platzgröße nicht wirklich thematisiert wird.
Also ich bin dabei die Leitung unseres Vereins SC Bettemburg in Luxemburg davon zu überzeugen dass die U15 & U17 ab der neuen Saison auch auf dem ersten Spielfeld spielen dürfen. Ab Juni 2018 wird dieser Rasenplatz durch ein synthetisches Feld ersetzt. Zur Zeit spielen die U15 und die U17 auf dem kleinen synthetischen Platz der gerade mal 92 m lang und 45 m breit ist das ergibt rund 230 m² pro Feldspieler. Es kommt kaum ein Spielaufbau zustande und die Spiele enden oft in an einer aneinender Reihen von Zweikämpfen ohne Spielfluss. Dazu kommt dass die Torhüter oft versuchen durch weite Abschläge sofort die Stürmer in Szene zu setzen.
Auf dem Rasenplatz der 102 x 68 m ausmacht ergibt das 357 M² ein Plus von rund 55% was sich meines Erachtens sehr positiv auf die Spielentwicklung individuell als auch mannschaftlich gesehen auswirken würde.
Das Argument der Rasenplatz würde zu sehr strapaziert werden von den zusätzlichen Spielen lasse ich nicht gelten zu mal die meisten Jugendlichen noch mit Nocken-schuhen spielen. Der Rasenplatz hat halt ein chronischen Drainageproblem; deshalb soll er auch ersetzt werden. Nicht desto trotz ist das Argument nicht wirklich wesentlich…
Hätten Sie vielleicht zusätzliche Argumente die ich halt einsetzen könnte?
im voraus besten Dank !
mit besten Grüssen aus Luxemburg!"
Und hier unsere Antwort dazu:
"Sehr geehrter Kollege,
Sie haben die besten und wichtigsten Argumente ja schon geliefert. Wenn ich heute meiner Mannschaft in der Jugendausbildung FußballSPIELEN beibringen will, kann ich das auf einem größeren Feld zunächst mal besser, als auf einem kleineren, da der Druck des Gegners natürlich etwas geringer sein wird. Somit haben die Spieler mehr Zeit und Raum zur Verfügung, um technisch was auszuprobieren. Den Ball z.B. als IV weg vom Gegner anzunehmen und mit einem diagonalen Flugball das Spiel auf die ballferne Seite zu verlagern – dazu braucht es am Anfang Zeit, um diesen technischen Ablauf zu testen. Das geht auf einem großen und breiten Feld besser, der Ball muss nicht gleich dringend weggeschlagen werden. Aber klar ist auch: Irgendwann müssen Sie und Ihre Spieler dies natürlich auch unter Druck beherrschen. Denn später im Herrenbereich ist der Druck fast immer groß, auch wenn das Feld große Maße hat.
Vielleicht gibt es ja hier einen Mittelweg, den Sie Ihrem Verein vorschlagen können, um auch den Platz zu schonen UND die Entwicklung der Spieler zu fördern: nicht alle Spiele, aber immer wieder mal Spiele auf dem großen Feld austragen dürfen, um v.a. die technisch noch nicht so guten Spieler entwickeln zu können. So entsteht Selbstbewusstein. Je mehr Selbstbewusstsein die Spieler dann haben, desto mehr trauen Sie sich auch unter Druck die Probleme technisch zu lösen. Hierbei können im übrigen auch mal Freundschaftsspiele gegen schwächere Gegner helfen. Gegen schwächere Gegner hat man in der Regel auch auf kleineren Plätzen mehr Zeit und weniger Druck, um technische Sachen auszuprobieren.
Natürlich leidet der Rasen immer durch eine hohe Belastung. Aber wenn man sich einigen könnte, dass z.B. bei gutem Wetter gespielt werden darf, dann ist das auch im Sinne des Vereins. Der Platz wird nicht beschädigt und die Spieler entwickeln sich weiter.
Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Mit besten Grüßen
Michael Schuppke"
P.S.: Wenn man aber keine andere Möglichkeit hat oder bekommt, dann kann ich den technischen Spielaufbau auch auf einem kleinen Spielfeld fördern. Wie das dann taktisch aussehen muss, zeigen wir euch in einem weiteren neuen Beitrag.
Eine gute Fußballzeit!
Euer Michi